Mast kürzen und anderes
Frühling 2011
Mit den ersten Sonnenstrahlen packen wir unsere Ränzlein und fahren unser Schiff auf die Werft nach Peenemünde. Im Gepäck sind einige Reparaturarbeiten, die wir an der „Ernestine“ vorhaben.
Die Davits werden renoviert
April 2011
Die Fuge zwischen Heckdavits, Schergang und Schandeckel hat in den vergangenen Jahren immer wieder geleckt, so dass wir diesen Arbeitsschritt nun lieber in die Hände unserer beiden Bootsbauer geben. Die Davits zeigen sich von unten angeknabbert und müssen abgenommen werden, um an der Unterseite einen Spund anleimen zu können. Dies ist nicht ganz leicht, denn dicke rostige Bolzen zeigen sich unglaublich widerspenstig. Leider sind für diese Reparatur doch Gabelstapler und Kettensäge notwendig.
Schergang und Schandeckel achtern
April 2011
Zudem wird von Daniel und Greta der Schergang und Schandeckel im Heckbereich erneuert. Die Beiden haben mit dieser Tat innerhalb der letzten drei Jahre den kompletten Schergang bzw. Schandeckel, der sich einmal um das Schiff herum zieht, neu gebaut.
Wir kürzen den Mast
April 2011
Währenddessen ziehen wir den Mast, um ihn zu überholen. Dazu gehört: Das gesamte stehende Gut labsalen, Blöcke ölen, verschlissenes Tauwerk auswechseln und natürlich den Mast selber beizen und ölen.
Der wichtigste Eingriff allerdings ist das Kürzen des Mastes. Seit dem umriggen auf die Kuttertakelung vor vier Jahren, haben wir seitdem unsere Takelage immer weiter optimiert und unseren Bedürfnissen angepasst. Durch das Umschneidern des Großsegels wurde die Heißhöhe der Gaffel verringert. Nachdem wir nun zufrieden mit der Größenproportion der Segel sind, wollen wir den Mast dahingehend anpassen und nehmen die Kälber um 1,20 m nach unten. Am Schluss scheiden wir ganze 1,80 m oben ab und verringern den Gesamtdurchmesser des Mastes. Zuletzt müssen noch die Wanten gekürzt werden, was neue Kneifbändsel bedeutet. Aufgrund unserer Erfahrung geht uns die Arbeit schnell von der Hand.
Fertigstellung des Decks
Frühling 2010
Diesen Baufrühling nutzen wir, um die Decksbaustelle von letztem Jahr endgültig zu Ende zu bringen. Auf unserer To-Do-Liste stehen die Erneuerung einiger Decksplanken im hinteren Bereich sowie die Fortführung von Schandeckel, Schanz und Relingdeckel nach achtern auf beiden Seiten des Schiffes.
Ernestine wird gekrängt
April 2010
Im Frühling verholen wir unser Schiff erneut zu unseren Freunden und Bootsbauern nach Peenemünde. In diesem Jahr muss Ernestine für die bevorstehenden Arbeiten nicht gekrant werden. Wir können einen alten Trick anwenden, um auf dem neu gebauten Arbeitsfloß angenehm arbeiten zu können. Ernestine wird mithilfe eines Tampens, einer Winde und eines Baums auf die Seite gelegt.
Neue Planken achtern
April 2010
In Vorbereitung für den neuen Schandeckel sind wir dabei, den Bereich vom Deck zum Schergang aufzureißen. Wie so oft im Bootsbau drängt sich uns der Gedanke auf, dass man gerade wirklich hervorragend von oben an die Innenseite herankommt. In diesem Zuge entscheiden wir uns dafür, drei Planken am Achterschiff zu wechseln, die bereits ein ungünstiges Bitumen-Holz Mischungsverhältnis aufweisen. Da der hintere Bereich unseres Schiffes nur eine leichte Krümmung hat, wird der Stümkasten hierfür nicht angefeuert. Durch unsere Menschenkraft und den Einsatz vieler Schraubzwingen können wir die Planken kalt an die Spanten schmiegen. Uns wird es dabei allerdings gut warm.
Der Relingsdeckel wird komplettiert
April 2010
Im Bereich der Haube befindet sich statt einer Schanz ein geschlossener Kasten, der für Gammel sorgt, da er schon recht alt ist und ohne Ablaufmöglichkeiten für Regen und überkommendes Wasser gebaut wurde. Die neue Schanz hat reichlich Luft für Wasser, das von Bord will, und alles andere rollt auch munter drunter weg. Zudem wechseln Daniel und Greta die hinteren Belegpoller aus. Wir versuchen, leise zu protestieren, werden aber schnell mundtot gemacht: "Die sind für Aron". Fortan müssen wir vor dem Anlegen unseren Sohn um Erlaubnis fragen, ob wir seine Poller benutzen dürfen.
Fancywork
Frühling 2010
Nach erfolgreicher Kiellegung vor neun Monaten ist Anfang März unser neues Crewmitglied auf dieser Welt angekommen!
Knoten, Spleißen, Takeln
März 2010
Diese Arbeiten waren seit jeher die Beschäftigung der Seeleute bevor das Wasser wieder in den flüssigen Aggregatszustand wechselte. Wir waren auch fleißig und haben noch ein Kind dazu gebastelt.
Außerdem im Bild: Augspleiße, eingespleißte Rundkausch, genähte Taklinge, Kneifbändsel, Palstek, belegte Klampe.
Arbeiten am Rumpf
Winter 2009
Nach dem traditionellen Winteransegeln Anfang November in Greifswald lassen wir Ernestine gleich dort, um auf der Museumswerft zu slippen.
Auf der Museumswerft
November 2009
Wie schon vor drei Jahren zieht der alte Slipwagen unser Schiff aus dem Wasser. Gleich im Anschluss bauen wir mit Bootsbauer Karsten das beste Baugerüst der Welt. Nach dem Kärchern stellen wir fest, dass etwa ein Drittel der Nähte ausgekratzt, neu kalfatert und verpickt werden müssen! Unser Experiment mit Bitumenspachtel in der Unterwasser-Anwendung ist also fehlgeschlagen! Wir treiben neues Werg in die Fugen und rühren wie zu Großvaters Zeiten im Teertopf. Des Weiteren machte uns eine Planke im Unterwasserschiffbereich Sorgen, die wir auswechseln. Das Antifouling wird uns großzügigerweise wieder von der Firma Yachticon zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür! Bevor Ernestine nun ihr neues schwarzes Kleid angezogen bekommt, beschlagen wir den Bug mit Kupfer. Die nächste Eisfahrt braucht Mannschaft und Schiff nicht mehr zu erschüttern!
Ernestine wird höher gelegt
Winter 2008/Frühling 2009
Wer uns kennt wird sich nicht wundern! Ja, wir haben noch einmal alles an unserem Schiff hinterfragt und sind zu folgendem neuen Schluss gekommen: Das Deck muss höher gelegt werden, damit wir nicht schon bei 15° Lage die Schanz durch´s Wasser ziehen, und die Stolperstufe zwischen den beiden Hauben soll wegfallen. Somit wird das Deck zu einer zusammenhängenden Fläche begradigt. Außerdem muss das Großsegel verkleinert werden, denn wir wollen es wie früher die pommerschen Quatzen ohne Großbaum mit losem Unterliek fahren. Diese Veränderungen haben wir uns für die Bausaison im Winter vorgenommen. Für die Decksbaustelle wird Ernestine wieder bei den beiden Bootsbauern Daniel und Greta in Peenemünde liegen und Meister Nadelöhr in Greifswald darf noch einmal Schere und Nähmaschine an unser Großsegel ansetzen.
Ankunft in Peenemünde
November 2008
Ende des Monats überführen wir Ernestine an einem sonnigen Wintertag nach Peenemünde auf die Werft. Dort wird Ernestine den Winter verbringen, so dass Daniel an den ersten Tagen im neuen Jahr mit der Baustelle beginnen kann. Der Kran kommt , um die Spieren und den Mast vom Schiff zu entfernen. Ernestine bleibt dieses Mal im Wasser und muss nicht auf dem Trockenen liegen.
Längere Spantköpfe und ein Steven
Januar 2009
Zunächst wird der Schandeckel aufgesägt, so dass die Spanten freiliegen, um diese für das neue Decksniveau zu verlängern. Im Moment erinnert Ernestine an den Unterkiefer eines Haifisches mit riesigen Zähnen Vorsicht bissig! Im nächsten Schritt wird der Vordersteven angepasst, der in seinem Strak jetzt sehr gut zu unserem kräftigen pommerschen Kutter passt.
Unser Schiff wächst in die Höhe
Februar 2009
Nun wird wieder beplankt! Die Handgriffe kennen Bootsbauer und Schiff bereits vom letzen Jahr, so dass diese Etappe des Umbaus zügig geschieht und im nächsten Schritt bereits das Deck abgerissen werden kann nur zu gut erinnern wir uns an die wochenlange Arbeit vor zwei Jahren und jetzt soll das komplette Deck noch einmal neu verlegt werden?! Bevor hierfür die Ketten der Motorsäge geschärft werden, wächst auch das Schott um einen halben Meter auf den neuen Strak. Das Deck wird abgerissen und wieder türmt sich ein hoher Holzstapel neben dem Schiff. Der Hohlraum, der entsteht erscheint uns riesig und wir haben viele neue Ideen für den Innenausbau.
Aber alles der Reihe nach …
Neue Decksbalken
März 2009
Wie Rippen ziehen sich die neuen Decksbalken aus Eiche über den Korpus von Ernestine und stellen die Grundlage für die Planken dar. In einem großen Puzzle setzt Daniel die Hölzer aneinander, damit die Lärchenplanken darauf genagelt werden können. Vorher müssen diese in der Werkstatt zugesägt und einzeln gefräst werden.
Das Deck wird versiegelt
April 2009
Es ist fast geschafft! Das Deck wird mit Malerkrepp abgeklebt und noch einmal gründlich gesaugt, bevor die Fugenmasse eingepritzt wird. Dieses Mal wird nicht wochenlang kalfatert und im Teertopf gerührt, denn wir entschließen uns für die moderne Lösung mit Gummimasse.
Relingsdeckel und Vorschiffhaube
Mai 2009
Nach der Fertigstellung des Decks wird der Relingsdeckel zugesägt und auf eigens hergestellten Knien geschraubt und geklebt. Wie bei Quatzen früher üblich ist der Abstand vom Deck zur Reling so gering, dass er gerade einen Knickschutz für die Knöchel bietet. Das macht unser Schiff optisch sehr schnittig und erleichtert uns in Manövern das Einholen des 2. Vorsegels dem Klüver. Die Fertigstellung vom Relingsedeckel schafft sogleich die Grundlage für das Schanzkleid, mit dem Ernestine endlich wieder sichtbar ihren Namen zurückerhält. Parallel zur Reling entstehen sowohl die Nagelbänke für das laufende Gut als auch der neue Vorschiffniedergang, wobei wir uns hierbei für eine dezente niedrige Version von nur einigen Zentimetern über dem Decksniveau entschieden haben. Als Material verwenden wir Eiche und mit der Verzahntechnik des Schwalbenschwanzes entsteht ein neuer Eingang in das Innere unseres Schiffes.
Riggen für den Sommer
Mai 2009
Weil sämtliche Spieren an Land liegen, nutzen wir die Gelegenheit und überholen alle Rundhölzer sowie Blöcke. Klüverbaum, Gaffel und Mast bekommen einen neuen schwarzen Farbaufbau. Wir entfernen die Opferhölzer vom Mast, da sich trotz Sika Wasser darunter sammelte und verschlanken unser stehendes Gut, um die Topplastigkeit zu verringern. Sämtliche Blöcke sowie Juffern werden einzeln geschliffen und mit 45 mal mit Öl behandelt. Ende Mai kommt der Kran und setzt unser Schiff wie einen Bausatz wieder zusammen. Das tut gut, endlich wird aus Ernestine wieder ein Segelschiff! Wir wühlen uns noch einige Tage durch die vielen Tampen und Drahttaue vom stehenden Gut, bis alles wieder an seinem Platz befestigt ist und das Rigg für die kommende Sommersaison sicher steht. Nun müssen nur noch die Segel angeschlagen werden.
Sahnehaube
Juni 2009
Im Laufe der vergangenen Monate machte es sich Greta zur Aufgabe, das neue Eichenluk für den Salon zu bauen. Wann immer es der kleine Sohn zuläßt, arbeitet sie in der Werkstatt an dem schönen Projekt. Anfang Juni kann das Werk auf dem neuen Deck festgeschraubt und geklebt werden. Mit Spannung erwarten wir den ersten Regenguss und können sagen: Es ist dicht!
Letzte Schritte und eine neue Pinne
Juni 2009
Mit Spannung erwarten wir die Segelmacher aus Greifswald, die unser Großsegel noch einmal grundlegend verändert haben. Nach den neu errechneten Maßen hat das Segel ein kürzeres Vorliek. Außerdem wollen wir Ernestine nun baumlos mit losem Unterliek segeln, so dass an dieser Stelle ebenso Kürzungen vorgenommen werden mussten. Aber auch hier passt alles wie angegossen! Nun entsteht noch der neue Schriftzug am Schanzkleid und abschließend tauchen wir tief in die enltlegensten Winkel des Schiffbauches ab, um die Planken mit Mischung aus Wurzelteer und IMP zu bestreichen. Weil diese solch großen Durst haben, machen wir das gleich zweimal! Na, dann Prost.
Anfang Juli, mit dem Auftakt zu unserer großen Fahrt nach Norwegen, haben wir auch die neue Pinne fertig, mit der sich Ernestine vortrefflich segeln läßt. Das urige Krummholz hatten wir bereits im Winter in unserem Wald ausgesucht und als Ast aus einem Kirschbaum gesägt. Endlich spüren wir wieder Wind- und Wellendruck am Ruder.
Neue Planken für Ernestine
Frühling 2008
Auch in diesem Frühling möchten wir alle Freunde und Interessierte der Ernestine herzlich einladen, sich über den weiteren Aufbau unseres Schiffes zu informieren. Denn bis zum Saisonauftakt haben wir einige Herausforderungen angenommen. So bekommt Ernestine neue Planken; ein neues Deck achtern, damit auch wir endlich im Trockenen liegen und das letzte fehlende Segel die Breitfock.
Der Kran kommt
April 2008
Anfang der 2. Aprilwoche überführen wir Ernestine nach Peenemünde, um sie dort kranen zu lassen. Nach zermürbenden Tagen der Vorbereitung und des Wartens, an denen wir zum Teil noch Schnee vom Deck schaufelten, war es dann am Ende der Woche soweit! Unter lautem Ächzen hob der Kran unser Schiff an Land. Nun steht sie also im Vorgarten der beiden Bootsbauer Daniel und Greta, die in den kommenden Wochen die Plankengänge oberhalb der Wasserlinie auswechseln werden.
Steuerbord-Bug
April 2008
In wenigen Tagen sind die alten Planken an der Steuerbordseite des Schiffes abgerissen und der Wiederaufbau kann beginnen. Mit Hilfe des Plankenmalls das ist eine Schablone, die am Rumpf des Schiffes abgenommen wird wird das Holz ausgewählt und ins rechte Maß geschnitten. Da es sich bei den Hölzern um bis zu 7 m lange, 1 m beite und etwa 50 mm starke Planken aus Eiche handelt, müssen diese aufgrund Ernestines starker Krümmung am Bug in ihre entsprechende Form gedämpft werden. Hierfür wird der Ofen vom alten Stümkasten eingeheizt und die Planke darin etwa eineinhalb Stunden gegart. Dieser Vorgang bewirkt, dass das Holz flexibel wird. Damit der Übergang für das über Monate bzw. Jahre getrocknete Holz im Dampfkasten nicht zu extrem ist, wird die Planke bereits am Vortag im Wasser eingeweicht. Nach dem Dämpfen muss alles ganz schnell gehen. Im Dauerlauf wird die heiße Planke zum Schiff getragen und mit Seilzügen an den Rumpf angepasst. Hierfür wird jede verfügbare Schraubzwinge verwendet, um das biegsame Holz in Position zu zwingen. Damit die Planke keine Trockenrisse bekommt, wird sie geduldig gewässert und zwar ganz sanft mit dem feinen Sprühaufsatz am Kärcher. Das Gerät von Daniel und Greta bellt dabei übrigens wie ein Hund wuff!
Halbzeit
April 2008
Die Zeit vergeht wie im Fluge und der Frühling erinnert sich an unsere entlegene Region. Wir tauschen die warmen Jacken mit der Frühjahrskluft und fangen tatsächlich an zu schwitzen! Mit den ersten Strahlen der Frühlingssonne sind neben stehende Bilder entstanden. Sie zeigen die neu beplankte rechte Seite unseres Schiffes.
Backbord-Bug
Mai 2008
Oh Maienzeit, wie bist Du schön!
Wie eine offene Wunde klafft uns auf der Backbord-Seite der aufgerissene Bug entgegen, ein faszinierender Anblick im Kontrast zur neu beplankten Seite. Nun haben sich die Handgriffe eingespielt und wie im Zeitraffer wächst unser Schiff wieder zusammen. Mit den letzten Handgriffen am Rumpf bekommen wir tatkräftige Unterstützung von lustigen Malersmännern, die unserem Schiff wieder ihr schwarzes Piratenkleid anziehen.
Da war ja noch was!
Mai 2008
Damit wir zwei uns neben den fleißigen Bootsbauern nicht überflüssig vorkommen, haben auch wir uns eine kleine Herausforderung vorgenommen. Endlich reißen wir die morschen Decksplanken vom Achterdeck ab, unter denen wir die vergangenen zwei Sommer geschlafen haben und garantiert bei jedem Regen nass wurden. Zudem entschlossen wir uns kurzerhand dazu, dem Achterschiff innen eine neue Farbe zu geben. Aus alt macht also neu, aus regendurchlässig wird wasserdicht und aus schwarz macht weiß. Endlich können wir mit Genuss dem Trommeln des Regens zuhören und brauchen nicht mehr Regensachen in unseren Schlafsäcken anlegen.
Ernestine kann fliegen
Mai 2008
Nach einer Rekordzeit von knapp vier Wochen Arbeit, kommt der Kran und hebt unser Schiff wieder ins Wasser. Mit viel Geschick zirkelt der Kranfahrer Ernestine am Wohnhaus der beiden Bootsbauer vorbei und vollzieht eine 180° Drehung mit ihr in der Luft! Auch diesmal ächzt und stöhnt sie, diesmal allerdings mit neuem Gebälk.
Ernestine wird umgebaut
2006/2007
Die Masten sind gefallen und der Auftakt für den Umbau vom Zweimastschoner zum Einmaster ist getan. Auf diesen Seiten möchten wir allen Interessierten zeigen, wie sich das Gesicht von Ernestine in den nächsten Monaten verändern wird. Hier werden wir die wichtigsten Bauabschnitte mit Bildern und ein paar erklärenden Zeilen dokumentieren.
Wer Lust hat, an der Restaurierung des Schiffes mitzuhelfen, ist herzlich willkommen und kann sich gern bei uns melden.
Die Masten werden gezogen
November 2006
Zu nächtlicher Stunde beleuchteten wir Mitte November den Lassaner Hafen und zogen die Masten. Damit ist der erste Schritt getan, für den wohl umfangreichsten Umbau, den wir an Ernestine vornehmen werden. Schon mit dem Kauf unseres Schiffes im Jahr 2005 war uns klar, dass wir zeitnah an der Takelage arbeiten müssen, da die Masten von Holzböcken befallen waren und die Segel nunmehr fast dreißig Jahre alt sind. Dies nahmen wir zum Anlass, in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Takelingenieur eine neue Besegelung zu planen, die in der Art an Ernestines Ursprung als kuttergetakelte Quatze erinnert.
Details des alten Riggs
November 2006
Ein ungewöhnliches Bild sieht der Besucher im Lassaner Hafen. Ernestine liegt entmastet an der Pier und erinnert nur vage an den stolzen Schoner, der sie in diesem Sommer noch war. Als ein Relikt vergangener Segelabenteuer stellen sich nun die vielen Einzelteile an Juffern, gekappten Tampen und Stahlseilen von Ernestine dar. Mittlerweile liegen die Masten zersägt in Klein Jasedow und werden im Winter verfeuert.
Der Klüverbaum wird nass und Ernestine bekommt ein Haus
Dezember 2006
Die vergangenen Wochen warteten wir auf Hochwasser, um Ernestine an einen günstigen Platz zu verholen, damit der Klüverbaum bequem vom Quai aus gezogen werden konnte. Der Wind blieb jedoch auf SW und drückte das Wasser weiter aus dem Hafen! Warum das Holz nicht über dem Wasser absägen und auf dem Wasserweg zum Auto driften lassen? Holz schwimmt doch! Auf diese altbewährte Weise haben wir erfolgreich die letzte Spiere von unserem Schiff gesägt.
"Bauen Sie einen neuen, schicken Aufbau auf Ihr Schiff?", diese Frage wurde uns gestellt, als wir emsig die Wintereinhausung fertig stellten. Natürlich handelt es sich hierbei hauptsächlich um einen Wetterschutz!
Aus alt macht neu
Januar 2007
Als nächste Arbeitsschritte hatten wir uns vorgenommen, die verbleibenden Teile des abgenutzten Decks zu erneuern, und im Zuge dieser Abrissarbeiten haben wir auch gleich eine neue Haube auf das Vorschiff gebaut. Im Moment hilft uns der Orgelbauergeselle Hans beim Verlegen der neuen Planken. Wie gut es tut, das alte kaputte Holz endlich von Bord entfernt zu haben.
Traditionelles Handwerk
Februar 2007
Wir kalfatern… sicher noch eine ganze Weile.
Das Deck ist neu verlegt
März 2007
Nach mehreren Wochen haben wir endlich Hammer & Kalfateisen aus der Hand gelegt, und das Werg ist dicht in die Fugen der Schiffsplanken getrimmt. Im Anschluss an diese Arbeit klebten wir etwa 900 Proppen in die Schraublöcher, was vorbeikommenden Besuchern Anlass zu interessanten Assoziationen gab. Ein Angler bückte sich unter die Plane und meinte, wir sollten die Holzproppen mit Instrumenten-saiten verbinden, um darauf zu musizieren. Die Idee, aus dem Deck einen großen Psalter zu machen, fanden wir gar nicht schlecht. Bleibt nur zu klären, wo unsere Besucher künftig laufen sollen? Diese Frage stellte sich auch eine junge Frau, die an Bord kam und sagte: "Da stößt man sich ja die Zehen an!"
Nachdem der Leim getrocknet war, entfernten wir selbstverständlich die Überstände der Proppen und brachten das Deck mit Hobel & Exzenterschleifer auf eine glatte Ebene. Danach beklebten wir die Schiffsplanken mit Tesaband und erhitzten an einem windstillen Tag den großen Pechtopf. Bei ruhiger Hand wurden nun die Fugen mit der schwarzen, klebrigen Masse gefüllt, womit das Deck schließlich versiegelt wird. Noch einen weiteren Tag verharrten wir auf den Knien arbeitend, stießen die Pechränder ab und zogen mit viel Geduld das Klebeband wieder vom Holz herunter. Zuletzt wurde das Deck mit einer Mischung aus verschiedenen Holzschutzmitteln geölt. Et voilá!
Ernestine liegt auf dem Trockenen
März 2007
Für die zweite Märzhälfte hatten wir den Slipwagen auf der Museumswerft in Greifswald reserviert, um dort am Rumpf zu arbeiten und Ernestine mit einem neuen Farbanstrich zu versehen. Wir nutzten einen windstillen Tag, um über den Bodden zu schippern und gaben wohl ein urkomisches Bild ab mit der provisorischen Holzkonstruktion aus Dachlatten und ohne Masten. In den nun folgenden zwei Wochen wechselten wir Teile des oberen Plankenganges, setzten neue Relingstützen und verstärkten die Spanten mit Doppelungen für die neuen Metallbeschläge. Wir konnten die Püttingeisen gleich an die Form der Klinkerplanken anpassen, so dass sie bereits beim Verzinken sind und bald angebracht werden können. Außerdem verbrachten wir einige Tage damit, die Fugen im Bereich unterhalb der Wasserlinie nachzukalfatern und mit Pech zu versiegeln.
Wie jedes Jahr bekam Ernestine auch ein neues Farbkleid im Ober- sowie Unterwasserschiffbereich, wobei uns die Wasserlinie diesmal kein Kopfzerbrechen machte, da wir dank eines Sponsorings der Firma Yachticon schwarzes Antifouling aufgebracht haben.
Nur durch das Engagement vieler Helfer, fachkundiger Bootsbauer, Ferienkinder und fleißiger Malerunterstützung konnten wir die umfangreichen Herausforderungen am Rumpf meistern. Allen Freunden sei an dieser Stelle herzlich gedankt :-)
Die Bausteine für das neue Rigg entstehen
April 2007
Nach der Rückkehr aus Greifswald hatten wir allerlei Holzpuzzlearbeiten zu machen. Immerhin war der Übergang vom Deck zum Rumpf der Schandeckel noch offen, so dass dieser komplett neu gebaut werden musste. Am Heck erneuerten wir zudem einen Plankengang und dämpften die neue Scheuerleiste in die Form des Rumpfes. Währendessen wurden in unserer Metall-Werkstatt Sona Sounds die Beschläge für den Mast, sowie für die anderen Rundhölzer angepasst und zum Teil sogar neu gebaut. Auch die handgemachten Juffern aus astreinem Eschenholz sind bereits fertig gedreht und gebohrt.
Seit einigen Wochen haben wir tatkräftige Unterstützung von Laureen, die als professionelle Malerin und Lackiererin Ernestine mit einem neuen Farbaufbau an Deck und am Rumpf verschönert. Außerdem haben wir die neu gebaute Vorschiffhaube mit Glasfasergewebe laminiert, was allerdings erst beim zweiten Anlauf gelang.
Vom Vierkant zum Rundholz
Mai 2007
Mit dem Radlader und einem Hubwagen zirkelten wir die vom Sägewerk gelieferten Kanthölzer in die Produktionshalle des alten Schweinmastgeländes im benachbarten Dorf Pulow, wo auch seit 20 Monaten die Lärche für den neuen Mast trocknet. Die Arbeit am Klüverbaum, der Gaffel und dem Mastbaum war flink getan, da wir zu viert waren und die Hölzer bereits viereckig vorbereitet waren. So sägten und hobelten wir erst ein Achtkant, dann das Sechzehnkant und schließlich die 32-eckige Form zu. Mit dem Excenterschleifer, dem kleinen Hobel und grob gekörntem Schleifpapier zauberten wir drei ansehnliche Rundhölzer. Die Arbeit am Mast stellte eine weitaus kniffligere Herausforderung für uns dar, da ein Baum, wenn er aus dem Wald kommt, schon rund ist und zuerst zwei in Waage stehende Bezugskanten für den Achtkant gemacht werden müssen. Hierfür holten wir uns Verstärkung von unserem Bootsbauerfreund Karsten, mit dem wir in einer Woche den Mast bis zum 64-Eck brachten. Mittlerweile haben wir ihn mit einem selbst gebauten Bohrmaschinenaufsatz für Endlosschleifpapier sowie reichlicher Improvisationsgabe rund geschliffen und poliert. Vor uns liegt nun ein 22 m langer und fast 40 cm starker neuer Mast ein wahres Urvieh!
Der Mast kommt ans Tageslicht
Juni 2007
Das wäre geschafft, der Mast ist bereit zur Überführung nach Lassan. Wir tauschten die Dachbalken, auf dem der Mast nun viele Monate lag, gegen Rundhölzer und hebelten mit Brechstangen, einem Hubwagen und vereinten Kräften das fast 2 Tonnen schwere Holz zum Ausgangstor. Wie gut, dass unsere Freunde in Pulow einen Gabelstapler haben, womit wir den Mast aus der schmalen Lagerhalle rangierten. Mit einer gekonnten sowie waghalsigen 180° Drehung in schwindelerregender Höhe lag der Mast schließlich in der richtigen Position, so dass wir ihn auf dem Nachläufer positionieren und am Traktor festmachen konnten.
Transport zum Hafen
Juni 2007
Zu früher Stunde trafen wir uns vor dem Schweinemastgelände in Pulow und wählten für die Überführung des Mastes die kurvenarme Route durch den Wald. Über Stock und Stein hüpfte das außergewöhnliche Gefährt und unsere Traktorfahrerin war froh, als wir endlich asphaltierte Straße erreicht hatten. Beim Befahren des Hafens begrüßte uns gleißender Sonnenschein in den neuen Tag.
Der Mast wird gestellt
23. Juni 2007
Wir sind Teil eines historischen Moments.
Wir Segeln!
Juli 2007
Nach achtmonatiger Umbauphase segelt Ernestine wieder,
nun als Einmaster.